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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Das sollten Sie als kultivierter Severinsläufer wissen - Teil 1
 
 
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24.04.2006  

 
 

Historische Sehenswürdigkeiten entlang der Laufstrecke des ASICS-Dauerlauf im Severinsviertel
 
Wissenswertes rund um die Vringspooz (Startbereich)

  

Severinstorburg


Die Severinstorburg (Severinus = der Strenge), auch Vringspooz oder einfach Severinstor genannt, ist eine von drei erhalten gebliebenen Stadttorburgen der mittelalterlichen Stadtmauer von Köln.

Neben dem Severinstor gibt es heute noch die Eigelsteintorburg und die Hahnentorburg. Im Gegensatz zu diesen sind am Severinstor noch mehrere Meter der anschließenden Stadtmauer erhalten.

Die Severinstorburg, ein Teil der mittelalterlichen Stadtmauer, ist neben St. Severin das Wahrzeichen der Südstadt von Köln. Etwa in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde sie erbaut und galt als wichtiger strategischer Standpunkt, denn sie schützte mehrere Klöster. Um das 15. Jahrhundert herum wurden zusätzlich noch Geschützkammern zugefügt.

1327 wurde hier von Kaiser Ludwig von Bayern und seiner Gattin Margarete von Holland ein achttägiges Turnier eröffnet. 1235 begrüßte die Stadt Prinzessin Isabella von England, Gattin von Kaiser Friedrich II, am Severinstor.

Nach der Schleifung der Stadtmauern Ende des 19. Jahrhunderts beherbergte das Tor ein Naturkundemuseum, später ein Hygienemuseum. In der Zeit des Nationalsozialismus beheimatete der Turm die Kölner Hitler-Jugend. 1979 wurde es zu einem Bürgerzentrum umgebaut, in dem man Räume anmieten kann. Eine Karnevalsgruppe spielt jedes Jahr zu Weiberfastnacht die Sage des Jan von Werth vor dem Severinstor nach.

Gelegentlich der Erdarbeiten für die Nord-Süd-Strecke der U-Bahn wurden im Juli 2005 die Grundmauern des „Bollwerks“ vor der Severins-Torburg gefunden. Diese Festungsanlage, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet und eine der modernsten ihrer Zeit, erhielt später den Namen „Bastion II St. Severin“. Das Bollwerk wurde um 1474 in Erwartung eines Angriffes der Truppen des burgundischen Herzogs Karl der Kühne zum Schutz des Severinstores errichtet. Der Herzog wollte Erzbischof Ruprecht beistehen, der sich als Herrscher Kölns sah und die Selbständigkeit der Stadt in Frage stellte. Dieser modernisierte angesichts der Kriegsgefahr die Stadtmauern. Das vor dem Stadttor errichtete Bollwerk sollte das Tor vor Artilleriefeuer schützen. Köln wurde damals nicht angegriffen und aufgrund seiner Rolle im „Neusser Krieg“ von Kaiser Friedrich III. das Reichsstadtprivileg verliehen. Im Zuge der Stadterneuerung des 19. Jahrhunderts wurde die Bastion abgerissen und der untere Teil zugeschüttet. Die mit 4,50 Meter starken Mauern errichtete Anlage war 20 Meter lang und 16 Meter breit. Die ausgegrabenen Grundmauern will die Stadt Köln abreißen und in der Nähe des ursprünglichen Standortes erneut errichten.

Heute ist die Severinstorburg offizieller Trauort der Stadt Köln. Die Räumlichkeiten - Bürger- und Severinsstube, sowie der Turmsaal - können für private Feiern gemietet werden.


Jan von Werth
  
Schild an der Severinstorburg mit der Sage des Jan von Werth

Das Reiterkorps Jan von Werth e.V. erinnert in jedem Jahr an Weiberfastnacht mit seinem "Spiel an der Vringspooz" an die Geschichte von Jan und Griet, die der Kölner Dichter Carl Cramer um 1837 schrieb.

Jan war ein armer Knecht, der sich in die Magd Griet verliebt hatte. Da sich Griet aber eine bessere Partie als den armen Knecht Jan vorstellen konnte, lehnte sie sein Werben und seinen Heiratsantrag ab. Jan, von der Ablehnung schwer getroffen, ließ sich von einem Werber, der gerade im Ort war, für die Armee anwerben und zog in den Krieg. Da Jan ein tüchtiger Soldat und das Glück ihm hold war konnte er bis zum General aufsteigen und mehrere Siege erringen. Nach dem Sieg über die Feste Hermannstein zieht er im Triumphzug durch das Severinstor mit seinen Truppen in Köln ein. Dabei entdeckt er auf dem Markt seine große Liebe Griet, die dort an einem Bauernstand Obst feil bot. Er lenkt sein Pferd auf Ihren Stand zu, steigt ab, zieht seinen Hut und sagt zur Ihr: "Griet, wer et hätt jedonn!" (Griet, wenn du es doch getan hättest!) Und sie antwortet ihm: "Jan, wer et hätt jewoss!" (Jan, wenn ich es gewusst hätte!) Er steigt daraufhin wieder auf sein Pferd und reitet davon.


Die Severinstraße
 
Die heutige Severinstraße, an der die Kirche St. Severin gelegen ist, war in römischer Zeit die nach Bonn führende südliche Ausfallstraße. Zu beiden Seiten der Straße befanden sich im direkten Umfeld der Stadt Begräbnisstätten (eines der hier gefundenen Grabmale, das des Poblicius, findet sich heute neben dem Dionysosmosaik im Römisch-Germanischen Museum).


St. Severin, eine der romanischen Kirchen Kölns im Herzen der Kölner Südstadt (Zielbereich)

 

St. Severin


Im Herzen der Kölner Südstadt, an der belebten Einkaufsmeile Severinstraße gelegen, ragt sie aus "ihrem" Stadtteil, dem Severinsviertel (die Kölner sagen "Vringsveedel") weithin sichtbar hervor. Namenspatron ist der dritte Kölner Bischof Severin (346-349), zu dessen Ehren die ehemalige Stiftskirche in mehreren Bauperioden bis zum 10. Jahrhundert errichtet wurde.

Die Pfeilerbasilika St. Severin ist eine ehemalige Stiftskirche. Sie wurde in ihrem heutigen Erscheinungsbild nach dem 2. Weltkrieg wieder errichtet. Grundlage war die vom 9. bis zum 15. Jahrhundert während verschiedener Bauphasen erbaute romanischen Kirche. Der hoch aufragende zweigeschossige Westturm mit Knickhelm ist in spätgotischem Stil Nachfolger eines romanischen Turms. Zum dreischiffigen Langhaus hin ist er offen. Zwischen dem ebenfalls zweigeschossigen Langhaus mit Netzgewölbe und dem Chor ist ein Querhaus eingefügt. Der spätromanische Chor ist zweigeschossig und wird außen von einer Zwerggalerie abgeschlossen. Flankiert ist er von zwei Türmen, die spätgotische Aufbauten tragen. Innen ist der Chor mit einem Muster aus schwarzem und gelbem Marmor ausgelegt. Reste des früheren Kreuzgangs befinden sich am Pfarrgebäude.

Die Innenausstattung der Basilika ist trotz herber Verluste in der Vergangenheit und während des Krieges noch reich. Neben dem Severinsschrein aus dem frühen 19. Jahrhundert (das Original aus dem 11. Jahrhundert wurde 1798 zur Begleichung der Kriegslasten zu Gunsten der napoleonischen Besatzung eingeschmolzen) beherbergt sie ein Chorgestühl aus dem späten 13. Jahrhundert, einen Wandtabernakel des frühen 17. Jahrhunderts und einen in das 14. Jahrhundert datierten Reliquienschrank. Die Severinslegende, gemalt vom Meister von St. Severin, findet sich in der Kirche ebenso wie zwei ihm zugeschriebene Altarflügel mit Heiligendarstellungen. Nahe dem Westturm ist im südlichen Seitenschiff außerdem ein romanisches Glasfenster erhalten. Das Pestkreuz im südlichen Querschiff stammt aus dem 14. Jahrhundert. Und schließlich befindet sich in der Marienkapelle eine Pieta des 15. Jahrhunderts.




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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln
Quelle: Wikipedia Enzyklopedie
Fotos: Irene Bendhiba

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