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Detlev Ackermann

 
   
 
 

Frankfurt: Marathon mit perfekt abgestimmter Organisation
 
 
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27.10.2003  

 
 

Laufbericht von Kai Engelhardt:

Schon kurz nach der Ankunft in Frankfurt konnte man wieder einmal feststellen, um welche Qualitäts-Veranstaltung es sich hier handelt: per Shuttlebus ging es wie gehabt vom Parkhaus Rebstock blitzschnell zum Messegelände inkl. Messeturm und Festhalle. Gut, um die Ecken der reichlich vorhandenen hohen Gebäude blies ein böiger und kalter Wind, aber für das Wetter können die Veranstalter ja nichts. In den Messehallen herrschte geschäftiges Treiben, doch nirgendwo war es überfüllt oder drangvoll eng - im Gegensatz zum Kölner Pendant. Die überall vorhandenen Wegweiser waren so installiert, dass die immerhin fast 10.000 Starter zügig zum jeweils anvisierten Ziel geleitet wurden. Weitere Pluspunkte des großflächigen Messegeländes mit integrierter Marathonmall: keine Wartezeit bei der Startnummernausgabe, überall genügend Platz zur Laufvorbereitung und ein Troubledesk, an dem sogar noch Ummeldungen vorgenommen werden konnten - alles in allem sehr positive Aspekte einer eingespielten Organisation.
 
Gegen 10.45 Uhr mussten sich die Teilnehmer dann mehr oder weniger präpariert der Witterung stellen: raus auf den zugigen Messeturmvorplatz und zum Start in den jeweiligen Block! Weil sich anscheinend fast alle Läufer diszipliniert in ihrem jeweiligen Bereich aufstellten, konnte sogar auf die berüchtigten hohen Drängelgitter verzichtet werden. Und dann ging´s auch schon los!
 
Erstmals führte circa das erste Drittel der Strecke unmittelbar durch die Frankfurter City, die sich an diesem Tag (wie aber eigentlich immer am Marathonsonntag) von Ihrer herbstlich-windigen Seite zeigte, d.h. den Teilnehmern pfiffen die Böen durch die Häuserschluchten um die Ohren. Aber: es regnete nicht (keinen Tropfen!) und die Sonne kam sogar nach einiger Zeit heraus, so dass die wenigen wirklich winterlich eingepackten Läufer ein wenig mehr ins Schwitzen kamen. Auch die manchmal etwas spärlichen Zuschauergruppen konnten sich an den Sonnenstrahlen erwärmen und feuerten die Läufer wie im letzten Jahr "persönlich" an: der Namensaufdruck auf der Startnummer macht´s möglich!
 
Durch die Streckenverlängerung mit Überschneidungen in der City war die Passage durch die Bürostadt Niederrad, die mit ihren Zweckbauten und wirklich wenigen Zuschauern doch sehr läuferunfreundlich ist, zum Glück etwas schneller vorbei. In der Nähe der Halbmarathonmarke stieg den Teilnehmern überraschenderweise sogar ein ganz ungewöhnlicher Duft in die Nase: einige Enthusiasten machten aus dem Marathon-Event trotz fortgeschrittener Jahreszeit ein Grill-Happening. Bei Kilometer 25 folgt dann der berüchtigte Autobahnabschnitt zurück auf die nördliche Mainseite. Hier ist man mit dem welligen Profil und mit sich selbst meist ganz allein, weil die Zuschauer verständlicherweise fehlen und die Gruppe, mit der man laut vorheriger Planung die gesamte Distanz durchstehen wollte, leider auseinandergefallen ist. Dafür bietet sich ein schöner Blick auf die Skyline am Horizont - doch das ist nur ein schwacher Trost...
 
Erst in Höchst zwischen Kilometer 28 und 30 kommt wieder richtig Stimmung auf. Zum einen, weil sich die Sambabands hier die Klinke in die Hand geben, zum anderen, weil sich die Strecke doch an einem entscheidenden Punkt berührt und die Leidensgenossen entweder vor oder nach der Durchquerung des Stadtkerns wahlweise beneidet oder bemitleidet werden dürfen. Die bekannt-sagenhafte Unterführung (natürlich erst bergab und eigentlich moderat, aber völlig unnötig bergauf!) verflucht man jedes Jahr wieder. Und doch ist es natürlich klar, dass sie irgendwann kommt. Es soll einfach nur eben weiter gehen! Die Mainzer Landstr. erfüllt genau diesen Wunsch, aber dafür führt sie schnurgerade zurück in die City. Auch nicht gerade erbaulich, wenn man schon aus der Entfernung sieht, was einen 500 Meter weiter erwartet.
 
Wenn der Messeturm bei Kilometer 36 schon in greifbarer Nähe ist, muss doch noch einmal eine Ehrenrunde gedreht werden - die zahlreichen Zuschauer an der Alten Oper wollen schließlich auch auf ihre Kosten kommen. Nach einem weiteren Abschnitt der "Begegnung" - je nach Richtung Kilometer 38 (ächz) oder 41 (uff, gleich geschafft) - geht es schlußendlich auf der bisherigen Zielgeraden, die schier nicht enden will, bis zum Messeturm. Noch eine scharfe Linkskurve und das Nirvana wartet: die Festhalle oder wie die "Hesse" sagen, die "Gud Stubb". Roter Teppich, grelle Scheinwerfer, Musik, persönliche Begrüßung durch den Moderator und scheinbar unendlich viele Zuschauer, deren Gebrüll einen tranceartigen Zustand erzeugt: fast schon unwirklich, jedoch ganz real und - schon nach ein paar Sekunden ist der schöne Spuk leider vorbei...





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Autor und Copyright: Kai Engelhardt (2:58:14 Stunden) für Laufen-in-Koeln,

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